Mobile Spracherkennungslösungen
Integrierte Spracherkennung auf Smartphones hat Grenzen bei Datenschutz, Offline-Nutzung und Anpassung. Worauf Unternehmen bei Diktat-Apps achten sollten.
Die in Smartphones integrierte Spracherkennung ist bequem, für Unternehmen aber nur eingeschränkt geeignet. Sie arbeitet ausschließlich online, sendet Audiodaten an fremde Server und kennt nur einen allgemeinen Wortschatz. Eine Lösung mit eigenem Spracherkennungsserver vermeidet diese Nachteile.
MDM als Voraussetzung für mobile Apps
Unternehmen führen zunehmend mobile Apps ein. Welche App für einen Fachbereich die richtige ist, entscheidet sich in einem längeren Prozess, in dem Fachbereich und IT-Abteilung oft unterschiedliche Ansichten haben. Das gilt auch für Diktier-Apps, die Sprache in Text umwandeln.
Eine MDM-Lösung ermöglicht die Remotekonfiguration der Smartphones und schützt vor allem die Unternehmensdaten vor dem Zugriff Dritter. Sie ist damit das wichtigste Kriterium bei der Auswahl mobiler Apps. Viele Apps im App Store scheiden aus, weil sie keine MDM-Integration bieten.
Integrierte Spracherkennung und ihre Grenzen
Die integrierte Spracherkennung von iPhone, Google oder Android ist eine kostenlose Spracherkennung und erlaubt das Diktieren in jedes Textfenster. Der erkannte Text ist sofort verfügbar, die Erkennungsrate zufriedenstellend, falsch erkannte Wörter lassen sich nachträglich korrigieren. Auf den ersten Blick erspart das den Weg über die Schreibkraft: diktieren, senden, prüfen, zurückschicken.
Die Einschränkungen wiegen jedoch schwer:
- Nur online. Der Audiostream wird ins Internet gesendet und auf den Servern des Anbieters verarbeitet. Ohne gute Verbindung funktioniert die Erkennung nicht.
- Datenschutz. Die Erkennungsserver stehen im Internet, der Zugriff auf die gesendeten Daten ist unklar und nicht gesichert. Die Daten werden ausgewertet, um die Erkennungsrate zu verbessern. Das ist nicht mit der DSGVO vereinbar. Je nach Schwere drohen Bußgelder bis zu 20 Millionen Euro.
- Allgemeiner Wortschatz. Für Briefe und E-Mails reicht er aus. Bei medizinischen Berichten oder juristischer Korrespondenz erkennt die Software nur Teile der Sprache. Unbekannte Wörter lassen sich nicht hinzufügen.
Spracherkennungsserver im Unternehmen
Eine mobile Spracherkennung für Unternehmen erfordert einen Spracherkennungsserver im eigenen Netzwerk. Dort werden verschiedene Wortschätze installiert und einzelnen Anwendern zugeordnet. Unbekannte Wörter und Textbausteine lassen sich für Benutzer oder Gruppen ergänzen.
Das Diktat wird über das MDM-VPN-Gateway an den Server gesendet, dort erkannt und an den Anwender zurückgeschickt. Bei unzureichender Verbindung bleibt das Diktat auf dem Gerät und wird automatisch übertragen, sobald die Netzabdeckung ausreicht. Diese Lösung ist teurer als eine mobile Diktier-App, amortisiert sich aber durch die eingesparten Ressourcen.
Das Wichtigste in Kürze
- Integrierte Spracherkennung arbeitet nur online, sendet Daten an fremde Server und verstößt gegen die DSGVO.
- Der allgemeine Wortschatz reicht für Fachtexte nicht aus und ist nicht erweiterbar.
- Ein Spracherkennungsserver im Unternehmen mit MDM-Anbindung löst beide Probleme und funktioniert auch offline.
Wie mobiles Diktieren mit Spracherkennung im Unternehmensnetz funktioniert, beschreibt die Seite ProDictate Mobile.
Dieser Beitrag stammt aus dem DEVACON Blog und wurde für die neue Website redaktionell überarbeitet.